„Ganzstahlbauart Bauart 1926“ – die nächste Generation von Einheits-Schnellzugwagen der DRG

Mit der Lieferung der 172 neugebauten „Hechtwagen“ war der Fahrzeugbedarf der ab dem 30. August 1924 als Aktiengesellschaft geführten „Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft“ noch nicht gedeckt, die Reparationszahlungen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs ließen vorerst jedoch keinen Spielraum für weitere Beschaffungen. Erst 1926 konnten wieder neue D-Zug-Wagen beschafft werden.

Da ab 1924 für Drehgestellwagen größere Längen- und Breitenmaße zulässig waren, führten diese zu neuen Entwürfen von Ganzstahl-D-Zug-Wagen. Die LüP der als Bauart 1926 bezeichneten Wagen erhöhte sich auf 21.720 mm, der Drehzapfenabstand auf 13.720 mm. Die Wagenkästen verjüngten sich an den Wagenenden immer noch, das Dach wurde jedoch als gerade durchlaufendes Blechtonnendach ausgeführt. Die ersten Wagen liefen auf den bekannten „Schwanenhalsdrehgestellen“, einige wurden jedoch bereits mit dem neu entwickelten Drehgestell der Bauart „Görlitz II schwer“ ausgestattet.

Von den Ganzstahlwagen der Bauart 1926 wurden insgesamt 150 Reisezugwagen beschafft. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten nur noch 50 Wagen zur DB und zehn Wagen zur DR. Wie die „Hechtwagen“ ließ die DB auch die Ganzstahlwagen modernisieren und neue Polstersitze sowie eine elektrische Heizung in die Wagen einbauen. 1958 wurden die AB-Wagen zu 2.-Kl.-Wagen deklassiert und erhielten auch in die ehemaligen 1.-Kl.-Abteile Vierersitzbänke eingebaut. Ab 1964 begannen im größeren Maße die Ausmusterungen. Diese waren im Dezember 1971 abgeschlossen.

Von den zehn bei der DR verbliebenen Wagen fand die Hälfte 1964 Eingang in das Modernisierungsprogramm, die verbliebenen fünf Wagen schieden bis zum November 1973 aus.

Demnächst veröffentlichen wir hier statistische Daten zu diesen Wagen.

Tags:

Trackback von deiner Website.

0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Letzte Kommentare

  • Norbert L'habitant

    |

    zu: Lenz BL Bay 06b der DB (0)

    Die DB verfügte 1950 über 51 Wagen. 1962 wurden die letzten Wagen ausgemustert. Die Wagen besaßen zuerst ein Dienstabteil, das später zu einem Abteil für Reisende umgebaut wurde. Es gab auch drei Wagen mit DB-Zeichen auf der Seitenwand. Auf den Vorbildfotos sieht man einen Batteriekasten zwischen den Speichenrädern.

  • Erich Kempf

    |

    Super, tolles Modell

  • Martin Meyer

    |

    Bringt doch mal ein Special über die Baureihen 614, 624/634. Der Markt gibt da nicht viel her.

  • Norbert L'habitant

    |

    Zum L.S.M Speisewagen 3343:
    Wer das Orginal (der 3348) sehen möchte, der hat die Gelegenheit im Cite du Train in Mulhouse (F). Dort wird der Wagen im Zustand der zwanziger Jahre gezeigt.
    Das Modell ist eine vorzügliche Umsetzung für Epoche II-Züge und wurde lange vermisst. An der Ausführung ist nichts auffällig, es fehlt nichts, alles sehr gelungen.

  • Maik W.

    |

    Der Wagen entstammt nicht der ersten Ausführung, sondern der zweiten Bauserie mit – wie Artitec es nennt – „flach gewölbtem Träger“. Die Wagen der ersten Bauserie fallen sehr deutlich auf, weil über den eingeschweißten Profilen an den Wagenenden weiterhin der Abschluss des ursprünglichen Fischbauchträgers zu sehen ist.